|
FLINT GLASS
- NYARLATHOTEP & FROM BEYOND (EP)
|
|
Ich weiß nicht, ob es diesen Begriff schon gibt, aber ich rufe ihn jetzt einmal aus: französische Schule. Und zu dieser gehört Flint Glass ohne Zweifel. Ihr Dark Ambient und Indsutrial-Sound ist stilprägend für eine ganze Reihe weiterer Projekte, die elektronische Musik nicht als Mittel zum Tanzzweck definieren, sondern gerade ihre spezifischen Eigenheiten zu nutzen wissen, um ein perfektes Kopfkino zu kreieren. Dabei stehen Flint Glass ganz weit vorne. Immerhin ist „Nyarlathotep“ in der ersten Auflage bereits verkauft, sodass es nun an der Zeit für den Mastermind Gwenn Trémorin war, einen kleinen Nachschlag abzuliefern. In der ersten Version erreichte das Album bereits unsere Redaktionsräume und wurde damals über den grünen Klee gelobt. Nicht zu Unrecht, denn das durch und durch schlüssig konzipierte Album (jedem Song folgt ein halbminütiges Intermezzo, das zum nächsten Lied führt) ist als Gesamtkunstwerk ein geradezu berauschendes Fest, eine akustische Detonation. Dunkle, wabernde Synthieflächen werden von flirrenden Bleeps und Clonks umweht, während die Rhythmussektion sich vornehm zurückhält. Und dennoch – wie bei „De Vermis Mysteriis – kommen auch Vierviertelbeats zum Einsatz, sind aber nicht so fordernd, sondern eher nur ordnend. Nach drei Jahren hat das Album nichts an Magie verloren und wird jetzt in der auf 500 Stück limitierten Zweitauflage mit einer weiteren EP, „From Beyond“ betitelt, aufgestockt, welche nach dem selben Aufbauprinzip des Longplayers funktioniert. Dieses Mal scheint Flint Glass aber noch ein Stückchen düsterer zu sein und den Drumprogrammings mehr Raum zu gewähren. Das ganze erinnert an Rituallieder aus dem Cyberspace. Verstörend, surreal und doch irgendwie vertraut und harmonisch, das sind die Attribute, die einem zu diesem Album einfallen. Weiterhin empfehlen wir, diese CD samt EP auf einer veritablen Lautstärke in der Heimkinoanlage laufen zu lassen, um ein ultimatives Klangerlebnis zu erzielen und somit das volle Spektrum von „Nyarlathotep“ zu genießen. (verfasst von Nuuc) |