HERTZINFARKT - DEMO

Seit einiger Zeit treibt sich männlich-weibliches Gespann in der Szene herum, das sich mit einer eigenwilligen Form der elektronischen Klangerzeugung in Position bringt und eigentlich in nächster Zeit endlich mal von einem Label unter Vertrag genommen werden sollte. Die erste Demo-CD ist auf jeden Fall das Aufregendste, was in letzter Zeit aus den Mengen der Neuerscheinungen so zu hören war. Dementsprechend haben es aus der Demoscheibe bereits die Stücke „Stell lauter“ und „Wir trauen uns was“ als Samplerbeiträge geschafft. Musikalisch kann man Hertzinfarkt als astreine Synthie-Pop-Band bezeichnen. Das besondere an den Stücken ist allerdings weniger die Musik (diese ist in seiner minimalen und einfachen Instrumentierung keine Überraschung), als das Zusammenspiel mit Dianas markanten Stimme. Diese lebt von der scheinbar lustlos vorgetragenen Intonation, die bei jeder Note „leck’ mich am A....“ sagt. Diese Kühle und das Understatement machen den Reiz von Hertzinfarkt aus. Damit stehen sie vor allem in der Tradition von Nichts. Die acht Songs sind allesamt interessant anzuhören, auch weil die deutschen Texte durchaus witzig und intelligent sind. Manche haben Hertzinfarkt auch schon als Rosenstolz der schwarzen Szene beschrieben. Das mag vielleicht daran liegen, dass ihre textliche Ausarbeitung einerseits nah an den Gefühlen ist, dennoch aber immer lyrisch bleibt. Am ehesten wären sie noch als weibliche Version von Second Decay zu bezeichnen. Aber alle Vergleiche zu bemühen, ist müßig. In Anbetracht der Tatsache, dass diese acht Songs in Eigenregie entstanden sind, muss man einfach den Hut vor Hertzinfarkt ziehen. Dieses sehr talentierte Duo wird bestimmt noch viel von sich reden machen.

(verfasst von Nuuc)



Homepage: Hertzinfarkt

Wertung: 6 von 6
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